Oberbürgermeister Kandidat für Ludwigshafen (Stadt am Rhein) OB-Wahlkampf: Podiumsdiskussion in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums Ludwigshafen



:Ludwigshafen Nachrichten, 04.05.2017, rheinpfalz.de





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OB-Wahlkampf: Podiumsdiskussion in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums Ludwigshafen

Ludwigshafen Nachrichten , von VOLKER ENDRES | rheinfpalz.de




OB-Wahlkampf: Podiumsdiskussion in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums Ludwigshafen

Elternvertreter befragen Oberbürgermeisterkandidaten bei Podiumsdiskussion in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums Ludwigshafen

Wie soll der Sanierungsstau an Ludwigshafener Schulen aufgelöst werden? Wie soll sich die Schullandschaft entwickeln? Das und vieles mehr wollten die Elternvertreter der Ludwigshafener Gymnasien (SEB-Club) in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums am Dienstagabend von den drei Kandidaten zur Oberbürgermeisterwahl wissen.

Erstmals trafen die drei Kandidaten Jutta Steinruck (SPD), Peter Uebel (CDU) und Dirk Schmitz in dieser Konstellation aufeinander und stellten sich den Elternvertretern vor. Die wurden angeführt von Eva Souffleur und Sabine Harant-Kasumov, die als Moderatorinnen durch den Abend führten. Unstimmigkeiten gab es gleich zu Beginn. So hatten die Kandidaten nach Auskunft der Elternvertreter die zu besprechenden Themenfelder vorab zugeschickt bekommen. Oberbürgermeisterkandidat Dirk Schmitz verneinte jedoch, entsprechende Informationen erhalten zu haben. Er müsse daher tatsächlich spontan antworten, was er allerdings jeweils wortgewaltig tat.

Den Sanierungsbedarf an den Schulgebäuden hatte Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger (CDU) zuletzt auf "rund 260 Millionen Euro" beziffert. Schon hier unterschieden sich die Auffassungen grundlegend. So plädierte Peter Uebel für eine Auslagerung der Schulgebäude zu einer eigenständigen GmbH, die eventuell privat geführt werden könnte. "Der Vorteil ist, dass man für diese GmbH auch Zweckverbände, etwa für die Berufsbildenden Schulen, gründen könnte", führte er aus. Ober diesen könnten auch die Kommunen von außerhalb, deren Kinder Schulen in Ludwigshafen besuchen, an den Kosten beteiligt werden. Steinruck verwahrte sich hingegen gegen private Gesellschatten im Schulbereich. "Das nimmt Eltern und Politik die Einflussmöglichkeiten." Die Einführung des Gebäudemanagements habe die Probleme nicht verbessert. Im Gegenteil: "Wir haben ein Strukturproblem, und da könnte die Wiedereinführung von ständig anwesenden Hausmeistern schon helfen." Dirk Schmitz sprach sich ebenfalls für Hausmeisterdienste aus, forderte aber überdies eine klare Prioritätenliste für die Sanierung. Schließlich zweifelte er den Finanzbedarf von 260 Millionen Euro an. "Wir benötigen wohl zwischen 50 und 60 Millionen, um den Status quo zu erhalten", schätzte er. Einsparpotenzial sei überall vorhanden. Auch beim Brandschutz, der für Steinruck und Uebel von allen Einsparüberlegungen ausgenommen war.

"Aus meiner Erfahrung bei der Sanierung von Krankenhäusern weiß ich, dass ein Drittel der Brandschutzforderungen dummes Zeug sind, und es wäre die Aufgabe des Managements, in die Sachdiskussion zu gehen", sagte AfD-Bewerber Dirk Schmitz, von Beruf Unternehmensberater. Einig waren sich alle, dass das aktuelle System der Schulbuchausleihe dringend überarbeitet werden müsse. "Damit wurde ein Bürokratiemonster erschaffen", ärgerte sich CDU-Kandidat Uebel, der als Internist in der Gartenstadt arbeitet. Er forderte eine Änderung auf Landesebene. "Die Lehrmittelfreiheit muss auf Landesebene eingeschränkt werden."

Dagegen verwahrte sich SPD-Frau Jutta Steinruck. "Es ist eine Freiheit, auszuwählen", sagte die Europaabgeordnete aus West. Daran dürfe nicht gerüttelt werden. Ideal sei das aktuelle System allerdings nicht, räumte auch sie ein. Das sahen auch die Eltern so: "Es kann doch nicht sein, dass ein Schüler, der unter dem Jahr die Schule wechseln muss, acht Wochen auf seine Bücher wartet", echauffierte sich einer der Zuhörer. So diskutierten die Kandidaten lange und breit über weitere Themenfelder. Sicher nicht das letzte Mal vor der Oberbürgermeister-Wahl am 24. September 2017 in Ludwigshafen am Rhein.



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