Debatte zur Oberbürgermeisterwahl in Ludwigshafen September 2017

Von Wildentschlossenen und Wechselwählern

Wahl 2017
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Ludwigshafen, 25. August 2017 in Die Rheinpfalz Ludwigshafener Rundschau, Nr. 197, Seite 17 von M. Knopp & C. Vopat

Schon eine gute Stunde vor Beginn des Forums zur Oberbürgermeisterwahl 2017 in Ludwigshafen sind die Zuschauer am Mittwochabend ins Kulturzentrum Das Haus geströmt. Wie zu erwarten, drängte sich viel Parteivolk im Saal und rund um die Stehtische im Foyer. Aber auch etliche „normale" Ludwigshafener nutzten die Chance, die vier Kandidaten im Wahlkampfendspurt auf der Bühne zu erleben.

Wenn es um politische Entscheidungen geht, dann bleiben viele gern anonym und und werden auch nicht allzu deutlich. So auch ein Mann in mittleren Jahren aus Rheingönheim. Aus ganz traditionellen Gründen habe er seine Entscheidung schon getroffen, bekundet er, noch bevor die unabhängigen Bewerber Thorsten Portisch und Dirk Schmitz, Jutta Steinruck (SPD) und Peter Uebel (CDU) ihre Plätze in den schwarzen Ledersesseln rund um Moderator Steffen Gierescher eingenommen haben. Drei Stunden und viele Wortgefechte später sieht der Rheingönheimer das jedoch ganz anders. „Mein Favorit hat mich nicht überzeugt", stellt er beinahe schon etwas zerknirscht fest. Stattdessen hätten ihn Portisch und Schmitz positiv überrascht. Beide hätten interessante Fakten in die Debatte um den Hochstraßenabriss oder auch Neubauten auf der Parkinsel eingebracht und bedenkenswerte Überlegungen angestellt. Sein Fazit: „Es hat sich gelohnt, herzukommen."Zu den 26 Prozent Unentschlossenen unter den Wahlberechtigten, die eine repräsentative Umfrage der RHEINPFALZ ermittelt hat, zählen eine ältere Frau aus Friesenheim und ein Mundenheimer Künstler. Beide verfolgen die Diskussion aufmerksam und teilweise belustigt. Die Friesenheimerin sagt am Ende: „Mein Entschluss ist noch nicht ganz gefasst, jedoch schon um einiges klarer. Meine Freundinnen und ich fanden den Abend sehr gelungen."

Der Künstler hat „viel Interessantes bei allen Kandidaten gehört. Aber ich bin immer noch unentschlossen". Seine Wahl treffe er voraussichtlich erst direkt an der Urne. Er sei schon immer ein Wechselwähler gewesen, habe seine Entscheidungen auch immer abhängig von Personen gefällt.

Neben ihm an einem Stehtisch verweilt auch Bernhard Wadle-Rohe, der bei den zurückliegenden OB-Wahlen den Hut in den Ring geworfen hatte. Diesmal aber durfte er nicht mehr antreten, weil er die Altersgrenze überschritten hatte. Nach seiner Ansicht hat kein linker Kandidat auf dem Podium im Haus gesessen. Auch er will sich erst in der Wahlkabine entscheiden, wem er seine Stimme geben wird, kündigt der Hemshöfer an. Im Unterschied zu Debatten vor früheren Wahlen in Ludwigshafen bekommt der Abend im Kulturzentrum von Wadle-Rohe gute Noten. Es sei unterhaltsam gewesen, urteilt er.

Wolfgang Gärtner, 77, und seine Frau Gisela, 78, aus Ruchheim fühlen sich von der zweieinhalbstündigen Podiumsdiskussion „gut informiert". Sie seien allerdings nicht in die Innenstadt gekommen, weil sie noch nicht wüssten, wen sie in einem Monat wählen wollen. „Wir wollten aber alle Kandidaten mal kennenlernen", so Wolfgang Gärtner. Dass zwei mehr oder weniger unabhängige Kandidaten neben denen von SPD und CDU antreten, findet das Ehepaar „positiv". Schließlich hätten die einige neue Ideen eingebracht. Dass diese nach der Wahl von Steinruck oder Uebel auch Berücksichtigung finden, glaubt Gisela Gärtner jedoch nicht.

Überrascht habe ihn, dass das Flüchtlingsthema bei der Podiumsdiskussion keine große Rolle gespielt habe, sagt Christoph Timmerhues, 35, nach der Veranstaltung, die der Lehrer ansonsten sehr gelungen, wenn auch einen Tick zu lang fand. Er wisse noch nicht, wen er am 24. September wählen werde, sagt Timmerhues. Portisch bescheinigt er aber schon mal Charisma. Der Unabhängige sei ein schöner Gegensatz zu den beiden Parteien-Kandidaten. Um sich von allen Kandidaten ein Bild zu machen, ist auch Katharina Sommer, 20, Auszubildende aus der Gartenstadt, da. Allerdings sei sie sich schon vorher im Klaren gewesen, wen sie wählen wird. ”Ich bin nämlich Mitglied in der Partei”, verrät die Jugendliche. Die Podiumsdiskussion fand sie gut und informativ: ”Alle wichtigen Themen wurden besprochen.”

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Dirk Schmitz
Oberbürgermeister für Ludwigshafen am Rhein

© Oberbürgermeister für Ludwigshafen Dirk Schmitz 2017 | Ludwigshafen, Rheinland-Pfalz, Deutschland
OB Schmitz #Ludwigshafen